Wie bereits erwartet wendet sich die SPD in Gestalt von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück gegen das in der Berliner Zeitung enthüllte neue Steuerkonzept der CSU. Steinbrück sagte der Süddeutschen Zeitung:
Die CSU verspricht den Menschen diese ‘Reform’ nur, um ihre schlechten Umfragewerte zu verbessern.
Des Weiteren erklärte Steinbrück, selbst die CSU sei sich im Klaren darüber, dass das Konzept nicht aus den laufenden Staatshaushalten finanzierbar sei. Nicht einmal die bayerischen Kassen seien so gut gefüllt, so der Finanzminister. Weiterhin forderte er die Christsozialen auf, wieder den Weg der Haushaltskonsolidierung zu gehen:
Nur so kann man wieder Vertrauen bei den Bürgern zurückgewinnen. [Eine Sprecherin Steinbrücks weiter:] Steuergeschenke in dieser Größenordnung nehmen letztlich die Verschuldung künftiger Generationen in Kauf.
Erbost reagierte Erwin Huber, der den Kritikern an der Finanzierung des Programms im FOCUS entgegenhielt:
Das Gegenrechnen bringt doch nur Ärger, und die Entlastungen werden nicht mehr richtig gesehen.
Huber geht davon aus, dass der Staat im Jahr 2012 etwa 100 Milliarden Euro Steuern mehr einnehme als 2008. Davon könne man ruhigen Gewissens wieder 28 Milliarden Euro an die Bürger zurückgeben.
Die GRÜNEN, vertreten durch den Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn, und die Linkspartei, repräsentiert durch Parteichef Oskar Lafontaine, lehnten den Vorschlag erwartungsgemäß ab und sprachen von Wahlkampfversprechen angesichts schlechter Umfragewerte. Ähnlich reagierte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, der dem FOCUS sagte:
Mit ihrem sogenannten Steuerkonzept veranstaltet die CSU ein steuerpolitisches Wunschkonzert, das an den finanzpolitischen Realitäten dieses Landes völlig vorbeigeht. Entlastungen in dieser Höhe zu versprechen, ist glatte Wählertäuschung – aus der die Angst vor den anstehenden Wahlen in Bayern spricht.

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